170 WBW SEETOR-AREAL
Nürnberg, 2017

TYPUS: Geschoßwohnungsbau
PROGRAMM: Fassadenentwurf
PROJEKTART: Wettbewerb 2017, 1. Preis STATUS: nicht realisiert
AUFTRAGGEBER: S&P Group
LEISTUNGSPHASEN: 1-3

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Groß- und kleinmaßstäbliche Bauten treffen im engeren Umgriff des ehemaligen Coca-Cola-Areals ebenso aufeinander wie Typologien des Wohnens und Arbeitens. Die Ausgangslage ist also eine heterogene, die Aufgabe liegt in der Vermittlung von dichter urbaner Architektur und flexibel einteilbaren Gebäuden, die beide Sprachen sprechen – die der Büro- und Wohnarchitektur gleichermaßen. In der Baugeschichte gilt die Dreiteilung der Fassade als Analogie zur Säule, die aus Basis, Schaft und Kapitell komponiert ist. Diese drei Elemente klammern den großen Block optisch zusammen und sorgen für ein übergeordnetes Gestaltungsprinzip. Ein weiteres Ziel liegt in der Verzahnung der drei Fassadenbestandteile mittels Material- und Farbwechsel. „Une fenêtre, c'est un homme, c'est vertical“, so Auguste Perret als Reaktion auf liegende Fensterformate und horizontale Fassadenbänder. In Anbetracht der Länge des Gebäudekomplexes scheint die vertikale Gliederung mit stehenden Fensterformaten von angemessener Größe naheliegend. Vor- und Rücksprünge erfolgen höchstens in Materialstärke und durch den Anschlag der Fenster. Während der zweigeschossige Gebäudesockel mit rauem durchgefärbtem Kratzputz geschützt wird, zieren farbig glasierte und hochformatig verlegte Keramikfliesen die Obergeschosse. Fenster und Türen sind eloxiertem Aluminium gehalten, das dezent mit Putz und Keramik korrespondiert und den Eindruck von Wertigkeit übermittelt. Den oberen Abschluss bildet eine Attika aus Betonfertigteilen. Leitfaden bei Konstruktion und Material sind die Verwendung gängiger und günstiger Baustoffe, die leichte Durchführbarkeit bei der Montage, die Vermeidung von Übertechnisierung und statisch oder energetisch überambitionierter Experimente.

FOTOS: Archiv


RENDERING: Renderwolf